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  Städtisches Museum Braunschweig  
  Städtisches Museum Braunschweig
Altstadtrathaus
 

 


 

Städtisches Museum Braunschweig

Das Städtische Museum Braunschweig ist eines der großen kunst- und kulturgeschichtlichen Museen in Deutschland. Es präsentiert bedeutende und einmalige Sammlungen und Objekte aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Kunsthandwerk, Ethnographie und Musikinstrumentenbau. Ferner bewahrt das Haus eine hochrangige Graphiksammlung, umfangreiche Bestände an, Münzen, Medaillen, technischen Geräten (Voigtländer, Rollei), Textilien und Volkskunde.

Kernbestand dieser Sammlungen bilden kostbare Stiftungen und Schenkungen Braunschweiger Bürger. Das Braunschweiger Bürgertum war es, das die Gründung des Städtischen Museums 1861 nach Vorbild des Germanischen Nationalmuseums initiierte. Seit 1906 ist das Städtische Museum in dem von Max Osterloh in der harmonischen Formensprache des Jugendstils errichteten Museumsbau am Löwenwall untergebracht. Nach mehrjährigen Sanierungsmaßnahmen wird es 2012 als Museum der Bürger und Haus der Sammlungen Braunschweigs wieder eröffnet. Einbauten der 1970er Jahre wurden zugunsten noch vorhandener historischer Raumstruktur entfernt. In den Ausstellungsräumen wurden Wandmalereien freigelegt und die kräftigen Farben wieder aufgenommen, wie im einstigen Farbkonzept Hans Schadows vorgesehen.

Die zeitgemäße Ausstellungsgestaltung steht nun in reizvollem Kontrast zu der erhaltenen Jugendstil-Ausstattung, die in der niedersächsischen Museumslandschaft einzigartig ist.

Räumliches Zentrum des Museums bildet der repräsentative Lichthof, der für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Großzügige Galerieflächen, die den Lichthof auf drei Geschossen umlaufen, dienen der Präsentation von Dauer- und Sonderausstellungen.

Portraits, Landschaftsmalerei und Genrebilder formen die Schwerpunkte der Gemäldesammlung. Sie umfasst überwiegend Werke des 18. bis 20. Jh., darunter Gemälde von Pascha Johann Friedrich Weitsch, Carl Rottmann und Carl Spitzweg. Bereits zum Gründungsbestand des Museums gehören Holzskulpturen und Altarfragmente aus Braunschweiger Kirchen. Der prächtige Wandelaltar des Bildschnitzers Cord Borgentrik von 1483 ist ein eindrucksvoller Beleg spätmittelalterlicher Holzbildhauerkunst.

Die vielfältige Tradition des Musikinstrumentenbaus in Braunschweig dokumentieren die Stiftungen der Firma Grotrian-Steinweg, darunter ein Salonflügel Clara Schumanns. Reich dekorierte Instrumente des 16. – 19. Jahrhunderts sowie außereuropäischer Stücke zeichnen die von Theodor Steinweg zusammengetragene Sammlung aus. Letztere ergänzen die renommierte völkerkundliche Sammlung des Hauses. Wertvolle Gegenstände aus Afrika, der Südsee, Ostasien und Indonesien, aber auch von nordamerikanischen Indianern oder aus Peru künden von den Reisen und der Sammelleidenschaft Braunschweiger Bürger des 18. und 19. Jahrhunderts.

Einen weiteren Höhepunkt der Sammlung bilden die kunstgewerblichen Erzeugnisse, die Braunschweigs einstige Bedeutung als Handels-, Messe- und Residenzstadt dokumentieren. Vom sakralen Gerät des Mittelalters spannt sich der Bogen über die berühmten Braunschweiger Möbel bis hin zu fein bemalten Lackwaren der Manufaktur Stobwasser, Fürstenberger Porzellan und Braunschweiger Tafelsilber.

Eine Sonderstellung nimmt die von Walter und Thomas Dexel zusammengetragene Formsammlung ein. Diese einzigartige und umfangreiche Spezialsammlung zur Designgeschichte versammelt einfache Gebrauchsgegenstände von der Antike bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert.

 


 

Städtisches Museum Braunschweig
Altstadtrathaus

Die Ausstellung zur Geschichte der Stadt Braunschweig befindet sich im Altstadtrathaus, dessen älteste Bauteile ins 13. Jahrhundert datieren. Zusammen mit der gegenüberliegenden St. Martini-Kirche und dem Altstadtmarktbrunnen bildet dieses ein Architekturensemble der Gotik von Rang. Neben Zeugnissen der Handwerkskunst, Fachwerkschmuck und Alltagsgerät, erinnern Truhen mit Schnitzereien und Wappenmalereien an die prunkvollen Haushalte des Städtischen Patriziats. Auf die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Hansestadt verweisen Waffen und Münzprägungen ebenso wie die Braunschweiger Elle an einem Laubenpfeiler. Ein historisches Stadtmodell gibt ein Bild von der mittelalterlichen Fachwerkstadt .

Aus der Braunschweiger Zeit als Residenzstadt sind u.a. eine Allongeperücke, eine Querflöte König Friedrichs II. von Preußen und andere Zeugnisse höfischer Kultur überliefert. Als das Altstadtrathaus 1858 wieder in den Besitz der Stadt kam, war Braunschweig bereits Industriestadt. Der Bau der Herzoglich Braunschweigischen Staatseisenbahn 1838 löste die Gründung der Maschinenbauindustrie aus. Fotodokumente zeigen den Maschinenbau für Hüttenwerke, Getreidemühlen und Zuckerraffinerien im Umland. Mit Voigtländer und Rollei erlangte die optische Industrie Braunschweigs Weltruhm. Die bedeutende Kamerasammlung des Museums zeigt die technische Entwicklung und kann mit der in Braunschweig gefertigten, zweiäugigen Rolleiflex einen Meilenstein der Fototechnik ausstellen.

Der Chanukkaleuchter des jüdischen Stadtbürgers und Industriellen Max Jüdel sowie die Türbekrönung der Synagoge am Kohlmarkt bezeugen die Zerstörung der jüdischen Kultur im Dritten Reich, als Braunschweig zur nationalsozialistischen Musterstadt geformt werden sollte. Die Stadt wurde im Bombenkrieg des Zweiten Weltkriegs zu 80 Prozent zerstört, die Installation eines Luftschutzraums erinnert in der Ausstellung eindringlich daran. Das Altstadtrathaus brannte aus, konnte aber durch Spenden der Bürger wieder aufgebaut werden.